Briefmarken-Sammler-Verein Marl 1959 e.V.

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  Kayserliche Reichsposthalterei   Notgeld der CWH   Lagergeld CWH im 2. WK  

Kayserliche Reichspost 1764-1778

Im Jahre 1764 begann die Thurn und Taxissche Reichspost, die durch den siebenjährigen Krieg zerrüttete Postlinie Münster-Pempelfort bzw. Düsseldorf wieder in geordnete Verhältnisse zu bringen. Der Thurn und Taxissche Postkommissar Horadam stellte fest, dass auf der Strecke Dülmen-Düsseldorf über Ostendorf-Dorsten-Marl-Bottrop nur ein Postillion der Kaiserlichen Reichsposthalterei Dülmen geritten war, dies nach zweimaligem Pferdewechsel im Haus Ostendorf und Bottrop. Hinzu kamen gelegentliche Verzögerungen, entstanden durch Auseinandersetzungen mit dem Magistrat der Stadt Dorsten bezüglich des nächtlichen Passierens der Lippe Brücke in Dorsten. 1764 wurde der Verbesserungsvorschlag von Horadam des Reichs-Erb-General Postmeisters Fürst von Thurn und Taxis aufgegriffen und die Strecke der Reitpost von Münster nach Essen, Düsseldorf, Elberfeld über Marl verlegt. Da nur in Essen eine Reichsposthalterei etabliert war, wurde auf diesem Postkurs auch in Marl in der Gaststätte, dem späteren Lindenhof, eine Reichsposthalterei eingerichtet. Nachforschungen ergaben, dass diese Reichsposthalterei nicht, wie im Marler Postgeschichtsbuch erwähnt, im Hause Dümmermann, dem heutigen Besitz des Dachdeckermeisters Karl Brauer, gewesen sein konnte. Briefe von und nach Dorsten wurden nur mit einer Fußbotenverbindung beförder.
Dem Poststationskatalog von Münzberg ist zu entnehmen, dass bereits 1765 in Marl eine Kaiserliche Reichspostanstalt eingerichtet war.
Das überqueren der Lippe mit einer Fähre in Ostendorf führte bei Hochwasser oder im Winter oft zu erheblichen Verspätungen. Aufgrund dieser Tatsache schlug der Vestische Statthalter Clemens August Graf von Merveldt am 14.Mai 1777 der Kayserlichen Reichspost vor, den Reitkurs wieder über Dorsten zu verlegen. Der Vorschlag wurde auch vom Kurfürsten von Köln mit Schreiben vom 20.Mai 1777 unterstützt. Die Reichspost machte eine änderung davon abhängig, dass der Magistrat von Dorsten den kaiserlichen Postillion ungehindert Brücke und Tor passieren lässt. Nach einem Gespräch zwischen dem Statthalter des Kurfürsten am 20. Oktober 1777 mit der kaiserlichen Ober-Post-Direktion von Berlin und einem erneuten Antrag erklärte sich die Reichspost nun einverstanden.


Die Reichsposthalterei wurde im Jahre 1778 nach vierzehn Jahren wieder nach Dorsten verlegt. Einer Urkunde aus dem Jahre 1773, noch in Faksimile erhalten, ist zu entnehmen, dass der Gastwirt Johan Wilhelm Ader am 10. April des Jahres auf das Amt des Posthalters verpflichtet wurde. Der damals für Marl zuständige kaiserliche Oberpostdirektor von Lilien Maysek erhob allerdings Bedenken gegen Ader "als einen verschuldeten Mann". Darum wurde ihm das Ernennungsdekret vorerst nicht ausgehändigt.
Lindenhof Nachforschungen über die Besitzverhältnisse der Wirtschaft, die ein Herr Ader besaß, ergaben, dass Johan Wilhelm Ader ein Sohn des Josef Ader war. Dieser besaß den "Musterhof", den heutigen Lindenhof. Ein genaues Datum, wann das Haus erbaut wurde, konnte nicht festgestellt werden. Josef Ader hatte den Hof von Pastor Engelbert Humperdink, ein Vorfahr des Komponisten Engelbert Humperdink, erworben. Eintragungen der Denkmalliste zufolge wurde dem Josef Ader 1732 die Schankerlaubnis erteilt. Später wurde der Lindenhof durch Erbschaft an die Familie Freyhoff, den Vorfahren der heutigen Besitzerin Elisabeth Bußmann übergeben. Die Reichsposthalterei in Marl bestand 14 Jahre bis 1778. Danach wurde sie von Marl nach Dorsten verlegt.



(Klaus Kahl)

Verpflichtungsurkunde des Posthalters Johan Wilhelm Ader

Ich Johan Wilhelm Ader der Kayserlichen Reichs Posthaltung zu Marle gegenwärtiger Posthalter gelobe und schwre zu GOTT hierdurch, dass dem Durchlauchtigsten Fürsten und Herrn, Herrn Carl Anselm, des Heil. Röm. Reichs Fürsten von Thurn und Taxis, Grafen zu Valfafina, Freyherrn zu Impden, Herrn der Reichs-Herrschaft Eglingen und Osterhofen, auch der Herrschaften Dischingen, Demmingen, Balmertshofen, Wolfertem, Roßum und Meüsseghem der souveränen Provinz Hennegau Erbmaschalln, des königl. Polnischen weißen Adlers und St. Huberti Ordens-Ritter, Erb-General-Obrist Postmeister im Heil. Röm.. Reich, Burgund und denen Niederlanden.
Meinen jetzmaligen gnädigsten Herrn Ich fordersamst treu, gehorsam und gewärtig seyn, Dero frommen und Nutzen bey aufhabender meiner Bedienung jetzt und allezeit, nach Besten meinem Vermögen, suchen und befördern, Schaden und Nachtheil dahingegen zu allen Zeiten so fort warnen und abwenden helfen, denen bereits ergangenen und annoch ergehenden Verordnungen gehorsamst schuldige Folge leisten, und alles also, wie die letzt abgelebten meines gnädigsten Herrn Hochfürstl. Durchlaucht geleistet-theuere Pflichten mich allerdings verbinden, und wohin Eingangs Höchstgedacht Sr. Hochfürstl. Durchlaucht mich immittelst angewiesen haben, treulichen thun und verrichten solle und wolle:
Als wahr mir GOTT helfe, und
alle seine Heiligen.



Urkundlich meiner eigenhändigen Unterschrift und angedruckten Petschaft.
Signatum zu Marle den 10. April 1773
Johan Wilhelm Ader
Posthalter zu Marle vestes Recklinghen

Notgeld der Chemische Werke Hüls GmbH 1947/1948

Nach dem 2. Weltkrieg stellte die Münzstätte des Deutschen Reiches die Prägung von Kleingeld vorerst ein. Um die Not von fehlendem Kleingeld zu überbrücken, gaben Länder, Kreise, Städte und Firmen Ersatz-Wertzeichen aus. In der Regel waren das kleinformatige, einfache Geldscheine ohne Wasserzeichen und Bilder.
Entsprechende allgemeine Bestimmungen besagten, dass keine Genehmigungen zur Ausgabe von Notgeld erforderlich waren. Schon 1946 wurde durch fehlendes Kleingeld im Gebiet Marl das Geschäftsleben und der Öffentliche Nahverkehr stark beeinträchtigt. Deshalb gaben Geschäftsleute handgeschriebene Gutscheine aus.
Die Chemischen Werke Hüls gaben Gutscheine im Wert von 0,05, 0,10, 0,50 und 1,00 RM aus. Diese Scheine, gedruckt auf Wasserzeichenpapier, trugen das Datum Juli 1947 (vermutlich das Datum des Druckauftrags). Gedruckt wurden sie wahrscheinlich in der Hausdruckerei des Werkes. Sie enthielten zwei verschiedene Kontrollziffern. Unterschrieben waren sie vom damaligen Vorstandsmitglied Walter Husung. Nachdem Notgeldscheine außerhalb des Werkes auftauchten, was nicht erlaubt war, teilte die Hauptkasse des Werkes auf Anfrage der Reichsbankstelle Gelsenkirchen die Anzahl der gedruckten Wertscheine mit. Danach wurden 10.000 Gutscheine zu 1,00 RM gedruckt, davon 5.000 ausgegeben, 5.000 zu 0,50 RM gedruckt, 1.750 ausgegeben. 3.000 zu RM 0,10 gedruckt, 2.400 ausgegeben, 500 zu RM 0,05 gedruckt, 425 ausgegeben.
Für den internen Werksverkehr waren Gutscheine erlaubt, nicht aber für den allgemeinen Umgang. Da dies nicht eingehalten wurde und das Notgeld auch draußen im Umlauf war, wurde der Wiedereinzug der Gutscheine veranlasst. Als erstes wurden die 1,00 RM nicht mehr ausgegeben. Zudem konnte die Reichsbank Recklinghausen inzwischen wieder genügend Banknoten in den oben erwähnten Währungen liefern. Am 14. Mai 1948 wurden die CWH-Gutscheine über 0,10 RM, am 15. Juli über 0,15 RM nicht mehr gedruckt. Der Restbestand der Gutscheine wurde am 2. Januar 1953 verbrannt.


(Klaus Kahl)

Lagergeld im Ausländer-Einsatz bei den Chemischen Werken Hüls während des zweiten Weltkrieges:

Lagergeld

Bis auf Ausnahmen wurden Ausländer bei den Chemischen Werken Hüls als un- bzw. angelernte Arbeiter eingesetzt. Löhne für Arbeiter, die über ausländische Leiharbeiterfirmen nach Hüls kamen, zahlte das Werk direkt an die Firmen, die für das Bereitstellen der Arbeitskräfte einen Zuschlag von 50, später 45% auf die Tariflöhne ohne Zuschlag erhielten. Ab Sommer 1942 beschäftigten die Chemischen Werke Hüls auch russische Kriegsgefangene aus dem Kriegsgefangenen-Stammlager VI/D Dortmund. Ein Dokument über Entlohnung sowjetischer Kriegsgefangener sagt, dass die Auszahlung des Nettolohnes von 20 Lagerpfennig an sowjetische Kriegsgefangene eine freiwillige Zuwendung an das Mannschafts-Stammlager ist, auf die der Einzelne keinen Anspruch erheben kann.

Auszug aus dem Merkblatt für die Behandlung von Kriegsgefangenen beim Arbeitseinsatz im Wehrkreis VI:
(Münster, den 1.6.1940) Arbeitsentgelt für den Kriegsgefangenen ist vom Unternehmer (Vertragspartner) mit dem Stammlager abzurechnen und keinesfalls dem Kriegsgefangenen auszuhändigen. Der Kriegsgefangene erhält den ihm zustehenden Lohn vom Stammlager durch Gutschrift bzw. durch Lagergeld.


(Viktor Sczesny)

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Der Sammler

by Arthur

Heimatverein Marl e.V.


Der Heimatverein in Marl
seit 1926

Sondermarke zum 65-jährigen Bestehen

Zum 65. Bestehen des Marler Philatelisten Vereins, veröffentlichten wir eine Sondermarke. Das Motiv sind die Jahreszahlen 1959 und 2024 untereinander. Rechts daneben ist das Vereinssymbol mit Briefmarken Sammler Verein Marl im rund umschrieben, in der Mitte befindet sich eine Weltkugel. Darunter ist links unten eine Lupe, welche die Zahl 65 "unter die Lupe" nimmt und rechts daneben steht in größeren Buchstaben: "Briefmarken Sammler Verein Marl 1959 e.V."

Weihnachtsmarke 2024

Im Dezember 2024 gab der BSV Marl eine Weihnachtsmarke mit Motive zur 50 Jahrfeier des MARLER-STERN heraus. Die Briefmarke hat einen Portowert von 0,85 €.